Проф. Р. Катичич
Из рецензии в журнале: lndogermanische Forschungen. — 1970. — 75 Bd. — S. 284-286
«Diese umfangreiche Studie ist eine wahre Fundgrube indogermanistischer Gelehrsamkeit reinsten Wassers, tief verwurzelt in den besten Traditionen der vergleichenden Sprachwissenschaft und weit aufgeschlossen der modernen wissenschaftlichen Denkweise.
Es ist keine streng komponierte Studie, sondern spontan gewachsen bei immer grdBerer Vertiefung ins verglichene Material. Der Verfasser, ein klassischer Philologe von Fach, ist von einer eingehenden Untersuchung des Lachmannschen Gesetzes aus- gegangen, und das hat ihn dann, Schritt um Schritt, immer weiter ins Gewirr der indogermanischen Wortbildung gefiihrt, wobei sich ihm immer neue Ausblicke eroffneten und sein scharfer Blick auf vielen Gebieten das scheinbare Chaos als verborgenen Kosmos erkannte.Die zahlreichen neuen Ergebnisse sind alle durch erhohte Anforderungen an methodologische Strenge erarbeitet. Bei jedem Vergleich legt der Verfasser eine tiefschopfende philologische Analyse zugrunde, um zufallige Ver- gleichbarkeit moglichst auszuschalten. So werden im ersten Kapitel, das Lachmanns Gesetz gewidmet ist, alle Beispiele und auch alle Gegenbeispiele erschopfend aufgeziihlt und einzeln untersucht, ein Verfahren, das die klassische Indogermanistik meist souveran zu unterlassen pflegte. Dabei zeigt sich, daB nur ein Teil der lateinischen -fo-Partizipia von diesem Lautgesetz erfaBt worden ist, ein anderer und nicht weniger beachtlicher aber von ihm unberiihrt beglieben ist. Die Vergleichung mit anderen lateinischen und sonstigen indogermanischen Wortern zeigt, daB gerade diejenigen Verbalwurzeln von der Lachmannschen Vokaldehnung betroffen worden sind. Fur die urspriingliche -«o-Ableitungen als Verbaladjektiva anzusetzen sind. Sie sind also, so schlieBt der Verfasser recht iiberzeugend, erst nachtraglich und schon im Lateinischen zu -fo-Partizipien geworden, und dabei ist es dann beim Verlust der Stimmhaftigkeit durch Angleichung im Wurzelauslaut zur Ersatzdehnung des Wurzelvokals gekommen.
Auf diese Weise wird Lachmanns Gesetz ins richtige Licht geriickt, bekommt einen bestimmten Platz in der Geschichte der lateinischen Sprache, und es wird seine Verbindung mit dem Ausbau der lateinischen Verbalflexion aufgedeckt».«So abgefasst bleibt das Buch ein imposanter Torso ohne abgeschlossene Komposition und ohne erschopfende Behandlung der angeschnittenen Fragenkomplexe. Und doch ist es ein selten wertvoller Beitrag, denn es ist in vieler Hinsicht anregend und wegweisend, fur jeden Indogermanisten eine wahrhaft erfrischende Lektiire, die zahlreiche neue Erkenntnisse vermittelt und eine Menge neuer Ideen anregt. In diesem Buch wird klar gezeigt, wie weit das Feld ist, welches eine prazise philologische Grandlage verbunden mit strengem, modernen Denken der Indogermanistik ofifnet. Sie ist eben doch am lebendigsten und schopferischsten, wo sie sich selber treu bleibt. In diesem Sinne hat O. eine ganz groBe Leistung vollbracht, an der moglicher Einwand gegen die von ihm vorgeschlagenen Erklarungen etwas schmalern kann».
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